28.10.2014

Bundesliga: Sky-Zuschauerzahlen sollen bei Vergabe der TV-Gelder berücksichtigt werden

Die TV-Vermarktung stellt für die Fußballclubs der ersten und zweiten Bundesliga eine wichtige Einnahmequelle dar. Bisher wird die Summe nach sportlichem Erfolg verteilt. Laut einem Bericht der Sport Bild soll sich das künftig ändern. So überlegt die Bundesliga-Stiftung DFL in Zukunft auch die Sky-Zuschauerzahlen zu berücksichtigen.

Mehr sportliche Erfolge – mehr Geld

In der laufenden Saison 2014/2015 werden 642 Millionen Euro aus der TV-Vermarktung an die Clubs der ersten und zweiten Bundesliga verteilt. Der FC Bayern München – als sportlich erfolgreichster Club – bekommt davon  rund 38 Millionen Euro, gefolgt von Borussia Dortmund mit 36,9 Millionen Euro und Bayer Leverkusen mit 35,8 Millionen Euro.

Gemessen am sportlichen Erfolg standen in den letzten Jahren immer die oben genannten Vereine auf den ersten drei Rängen. Andere Traditionsvereine, die in den letzten Jahren kaum Erfolge verbuchen konnten wie der Werder Bremen oder der Hamburger SV, erhielten hingegen einen deutlich geringeren Teil von der Summe der Bundesliga-TV-Vermarktung.

„Fan-Komponente“ soll TV-Vermarktung ergänzen

Das soll sich laut Bericht der Sport Bild ändern. Der Vorstand der DFL überlege, in Zukunft auch eine “Fan-Komponente” als Kriterium aufzunehmen. Anders ausgedrückt: Die Fußballvereine mit mehr Fans erhalten auch mehr TV-Gelder. Das würde vor allem den schwächelnden Traditionsvereinen zugutekommen.

Wie genau die “Fan-Komponente” aussehen könnte, ist noch nicht klar. Sport Bild sieht drei Faktoren, die eine Rolle spielen könnten. Zum einen die Zahl der Auswärtsfans, die ihrem Club bei einem Auswärtsspiel nachreisen. Zum anderen die Zahl der Sky-Abos, die ein Club an seine Fans vermarktet sowie die Zuschauerzahlen bei den Übertragungen auf Sky.

„Fan-Komponente“ mischt Rangliste neu durch

Dieses neue Verfahren würde die Ergebnisse deutlich durchmischen. Denn: Seit April 2011 lässt Sky seine TV-Quoten unter anderem von der AGF ermitteln. Die gesammelten Daten der Fußball-Bundesliga zeigen, dass Clubs, die von Unternehmen und Investoren gesponsert werden wie Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim unbeliebter sind, als es der sportliche Erfolg vermuten ließe.

Die TSG Hoffenheim belegt laut der AGF-Zahlen traditionell den letzten Platz im Sky-Zuschauerranking. Bayer Leverkusen kommt trotz guter Positionen in der Bundeliga-Tabelle nur auf einen mageren 13. Platz. Dafür sind Vereine, die in letzter Zeit kaum einen sportlichen Erfolg verbuchen konnten wie der Hamburger SV oder Werder Bremen deutlich beliebter.

Von Großkonzernen gesponserte Vereine und kleine Clubs hätten das Nachsehen

Doch nicht nur Clubs, die von Groß-Konzernen gesponsert werden, könnten durch die neue „Fan-Komponente“ verlieren, sondern auch kleinere Vereine wie der SC Freiburg, Mainz 05, der FC Augsburg oder der aktuelle Aufsteiger SC Paderborn. Mainz und Augsburg landeten in der vergangenen Saison trotz guter sportlicher Erfolge nur auf den Plätzen 15 und 17 der Zuschauer-Tabelle. Demnach ist es jetzt schon vorhersehbar, dass die neue “Fan-Komponente” – wie auch immer die genau aussehen mag – für reichlich Diskussionsstoff sorgen wird.

ES