06.05.2016

Bieterstreit für Bundesliga-TV-Rechte 2017/18 erwartet

Ende Mai startet das Auktionsverfahren für die Fernsehübertragungen der Bundesliga-Saison 2017/18. Experten erwarten diesmal einen regelrechten Bieterstreit, ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky prophezeit sogar „die größte Schlacht, die man je erlebt hat“. Fußball im Fernsehen war schon immer ein lukratives Geschäft, aber was ist bei dieser Auktion anders?

Quelle: Deutsche Fußball Liga GmbH

Monopol im Pay-TV wird aufgebrochen

Acht Rechtepakete zur Live-Verwertung sowie neun Pakete zur zeitversetzten Verwertung werden bis zum Beginn der Europameisterschaft am 10. Juni in Frankreich vergeben. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) muss diesmal bei der Vergabe strenge Auflagen des Bundeskartellamtes beachten. Bisher hatte der Bezahlsender Sky die Monopolstellung für die Live-Verwertung. Das wird sich für die Saison 2017/18 ändern. Die Vorgabe des Kartellamtes lautet jetzt: zwischen 30 und 102 attraktive Bundesligaspiele (von insgesamt 306) müssen bei der Auktion von einem alternativen Bieter erworben werden.

Diese so genannte No-Single-Buyer-Rule gibt es beispielsweise in England, dadurch wird verhindert, dass ein Bieter alle Pay-TV-Live-Rechte erwerben kann. Es muss also mindestens ein zweiter Bieter zum Zug kommen. „Ich glaube, es wird so viele Marktteilnehmer geben wie noch nie, die sich für diese Rechte interessieren“, vermutet ARD-Sportchef Balkausky.

Gibt es bald zwei Bezahlsender für die Bundesliga?

Experten halten es für wahrscheinlich, dass der US-amerikanische Medienkonzern Discovery Communications Inc. (Eurosport) in die Auktion einsteigt. Discovery hatte kürzlich die Olympia-Übertragungsrechte für den Zeitraum 2018-2024 erworben. Auch Mobilfunkanbieter und reine Internetfirmen wie Amazon, Google oder Youtube könnten sich an dem Bieterwettstreit beteiligen und einzelne Pay-TV-Rechte erwerben.

Für die deutsche Fernsehlandschaft bedeutet das: Es ist durchaus denkbar, dass es in Zukunft zwei Bezahlsender geben wird, die Fußballspiele übertragen. Fans und Gastwirte sehen diese Entwicklung kritisch. Denn wer in der kommenden Saison alle Bundesliga-Spiele live sehen oder zeigen möchte, müsste sich dann eventuell zwei Fernseh-Abonnements inklusive Decoder-Technik kaufen.

Mehr Geld für die Clubs durch TV-Rechte

Für die Vereine ist die Vergabe der TV-Rechte eine satte Einnahmequelle. 826 Millionen Euro verdienten die Fußballclubs in dieser Saison mit der Verwertung, für 2017/18 werden 844 Millionen Euro erwartet. Der Pay-TV-Sender Sky hatte bislang rund 486 Millionen Euro für die exklusiven Live-Übertragungen bezahlt. Die strengeren Auflagen des Bundeskartellamtes könnten diesmal zu Lasten von Sky gehen, der sich die Live-Übertragungen dann mit einem Konkurrenten teilen muss.

DFL plant Änderungen bei den Spielzeiten

Die DFL plant noch weitere Veränderungen für die neue Spielzeit: so sollen fünf Montagsspiele eingeführt werden. Die Fußball-Liga hat diese Programmänderung gegen den Willen vieler Vereine durchgesetzt. Die Fußballclubs befürchten, dass wesentlich weniger Fans Zeit haben, am Montag ein Fußballspiel zu besuchen. Zudem soll fünf Mal pro Saison sonntags um 13:30 gespielt werden. Diese Spielzeit überschneidet sich mit den Amateur-Ligen, was wiederum Fußball-Fans in Bedrängnis bringt, die selbst aktiv sind.

Autor: FN