24.06.2016

Bundesliga TV Rechte 2017: 1,4 Milliarden Euro jährlich für die Bundesliga

Mehr Geld für die Vereine, wenige Veränderungen für die Fans, so lautet das Ergebnis der Vergabe der Verwertungsrechte für die beiden ersten Bundesligen im deutschen Fußball.

Viel Geld wird es für die Bundesliga-Fußballvereine ab 2017 geben. Insgesamt für 1,4 Milliarden Euro pro Saison wird die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für vier Jahre an Fernseh- und online-Rechten einnehmen und an die Vereine ausschütten. In diesem Paket sind ebenfalls die internationalen Verwertungsrechte enthalten. Das ist gegenüber der derzeitigen Vermarktung der Übertragungsrechte eine Steigerung um satte 85 %.

Dabei sind die traditionellen Sportsendungen Die Sportschau und Das aktuelle Sportstudio in den beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF erhalten geblieben. Sie werden dem Zuschauer weiterhin die Zusammenfassungen der Spiele im Free-TV anbieten. Deutlich mehr als bisher mussten ARD und ZDF aber schon auf den Tisch legen, um die traditionsreichen Samstagssendungen weiterhin mit erstklassigem Fußball füllen zu können, hieß es.

Sky erwirbt Löwenanteil

Verwerter Nummer eins bleibt weiterhin Sky mit den meisten live-Übertragungen. Eurosport hat die Übertragungsrechte an insgesamt 43 Spielen erworben, darunter die meisten Partien am Freitagabend. Das allererste Spiel der Saison gibt es im Free-TV beim ZDF zu sehen, so die Ergebnisse der Verhandlungen. Sport 1 ist nach ARD und ZDF mit der zeitversetzten Verwertung an der Reihe.

Doch es wurden nicht nur die Rechte der 1. Bundesliga verhandelt, sondern auch diejenigen des Unterhauses, also der 2. Bundesliga. Hier engagiert sich Sky und wird ab 2017 alle Spiele zeigen, nun auch das Montagsspiel, das es noch bis Ende der Saison 2016/2017 bei Sport 1 zu sehen gibt.

Online-Zusammenfassungen bei Perform Group

Wer Fußball per Streaming schauen möchte, muss ab kommendem Jahr umsteigen. Ab 2017 wird die Perform Group diesen Service liefern. Bis zu diesem Zeitpunkt wird „Bild“ die Highlight-Clips anbieten. Dabei geht es um Online-Zusammenfassungen der Spiele, die frühestens 40 Minuten nach dem Abpfiff ins Netz gestellt werden dürfen.

Fußball im Radio

Fußball wird nicht nur auf dem Bildschirm verfolgt, sondern auch im Radio gehört. Die Sendeanstalten der ARD behalten weiterhin die Rechte an der traditionsreichen Konferenzschaltung am Samstag-Nachmittag. Amazon steigt erstmals in das Business im Online-Radio ein.

Während die Vereine der ersten und zweiten Liga durch die Bank zufrieden mit dem neuen Paket sind und sich über mehr Geld freuen, melden sich auch skeptische Stimmen aus anderen Sportarten. Wenn die öffentlich-rechtlichen beim Fußball ordentlich draufgelegt haben, müssen sie das Geld irgendwo anders einsparen. Und das, so die Befürchtung, wird dann zu Lasten anderer Sportarten gehen.

Überblick über die Übertragungen

Das ab der Saison 2017/18 gültige Übertragungspaket sieht für die Fans folgende Termine und Sender voraus. Freitags ab 20.30 Uhr läuft die Bundesliga auf Eurosport. Samstags bietet Sky die Konferenz um 15.30 Uhr sowie die einzelnen Spiele. Das Abendspiel am gleichen Tag wird ebenfalls bei Sky um 18.30 Uhr zu sehen sein. Der gleiche Sender zeigt dann die beiden Sonntagsspiele um 15.30 Uhr und um 18 Uhr.

Zeitversetzt bieten unverändert die ARD von 18.30 Uhr und das ZDF von 21.45 Uhr bis 0.00 Uhr – nach Tagesprogramm die Zusammenfassungen der Spiele. Sonntags ab 6 Uhr in der Früh darf Sport 1 die Bilder verwerten. Online darf die Perform Group 40 Minuten nach Anstoß Clips ins Netz stellen

In der 2. Bundesliga bleiben die Anstoßzeiten unverändert, alle Spiele laufen bei sky.  

gl