Bundesliga-Fernsehgelder

Die Erlöse aus den Übertragungen der Fußball-Bundesliga durch Fernsehsender gehen leistungsabhängig an die Vereine der Bundesliga. So kommt es, dass leistungsstarke Klubs deutlich mehr Gelder erhalten als leistungsschwache. Dass die Einkommensschere immer weiter wächst, liegt allerdings auch an der großzügigen Bezahlung bei internationalen Turnieren.

Der FC Bayern München und Borussia Dortmund nahmen durch die erfolgreiche Saison 2012/2013 zusammen genommen rund 100 Millionen Euro Fernsehgelder ein. Der Absteiger Greuther Fürth hingegen lediglich 13 Millionen Euro. Einen Solidarpakt zu den Fernsehgeldern gibt es zwar bereits – Trotzdem verdienen erfolgreiche Vereine ein Vielfaches von Mittelmäßigen und wenig Erfolgreichen.

UEFA nimmt Eingriff auf nationale Wettbewerbe

Der Solidarpakt besteht aus einem komplexen Schlüssel, der die Leistung in den vergangenen Saisons berücksichtigt, um die Verteilung der Fernsehgelder gerecht zu regeln. Hier macht sich insbesondere der Klassenunterschied bemerkbar. Von den 438,7 Millionen Euro aus der Saison 2012/2013 gingen 80 Prozent an die erste, 20 Prozent an die zweite Bundesliga. So kommt es, dass Aufsteiger Hertha BSC Berlin etwa fünf Millionen weniger Fernsehgelder erhalten hat, als Absteiger Fürth.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat nur begrenzte Möglichkeiten, um der zunehmend ungerechten Verteilung entgegenzusteuern, da der freie Wettbewerb nicht beeinträchtigt werden soll. In erster Linie seien die enormen Erlöse aus der Champions-League problematisch, erklärt DFL-Chef Christian Seifert. „Natürlich muss sich die UEFA Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Denn es ist offensichtlich, dass sie durch ihren derzeitigen Verteiler-Mechanismus massive Eingriffe vornimmt mit Blick auf die nationalen Wettbewerbe“, bemängelt Seifert.

Keine Wettbewerbsverzerrung in der BUndesliha

Dass künftig schwächere Teams durch höhere Gelder subventioniert würden, stellt für den Bundesliga-Präsidenten Reinhard Rauball eine Verzerrung des freien Wettbewerbes dar. Durch den Verweis Borussia Dortmund macht Rauball deutlich, dass es sehr wohl auch möglich ist, sich an die Spitze zu arbeiten. Dortmund sei vor acht Jahren nahezu pleite gewesen und spiele nun dank Fantasie, Disziplin und einer Portion Glück an der europäischen Spitze.

Demnach sollen auch zukünftig die nationalen Fernsehgelder nach dem Leistungprinzip verteilt werden. Gute sportliche Leistung soll belohnt werden und wenn man die Leistung der Vereine einmal genauer betrachtet, erscheint die Verteilung eigentlich auch gerecht. Absteiger Fürth erhielt für seine Leistung in der Bundesliga mit knapp 13 Millionen Euro halb so viel Fernsehgeld wie die Bayern. Und das bei einem Punkteverhältnis von 21 zu 91.

Autor: LS