Bundesliga kostenlos über das Internet – so funktioniert es

Die Übertragungsrechte für die Spiele der Bundesliga besitzt derzeit der Pay-TV-Sender Sky. Es liegt also die Vermutung nahe, dass nur zahlende Kunden des Senders oder Besucher einer Sky Sportsbar die Möglichkeit haben sich die Bundesliga live anzusehen. Doch über das Internet ist das Verfolgen der Spiele ebenso möglich. Das Prinzip ist einfach – Rechtlich allerdings nicht einwandfrei. 

Um Fußballspiele live im Internet anschauen zu können, gibt es diverse Angebote von Peer-to-Peer-TV-Netzwerken. Über diese empfangen die Anwender Signale von ausländischen Fernsehsendern, die Fußballspiele live übertragen. Bei gründlicher Suche findet sich sogar manchmal ein qualitativ guter Stream mit deutschem Kommentar.

Kostenfreie Software birgt Risiken

Eine Möglichkeit, derartige Streams zu empfangen, stellen Angebote mit kostenloser Software dar. Beispielsweise das Programm „SopCast“ bietet einen Streaming-Dienst für Bundesligaspiele. Ist die zugehörige Software installiert, lassen sich zahlreiche Übertragungen aus dem Internet einfach finden. Bei der Anmeldung sollte man auf die Erstellung eines Accounts verzichten und sich unter „Anonymes Anmelden“ registrieren. Nach erfolgreichem Login kann der Nutzer das gewünschte Spiel über den Windows Media Player oder Ähnlichem ansehen.

Da der Download von derartiger Software allerdings rechtlich nicht ganz unbedenklich ist und gefährliche Viren lauern können, sei hier noch eine andere Methode zum Streamen von Fußballspielen vorgestellt.

Streamen über den Browser als sicherere Alternative

Über Websites wie wiziwig.tv sind Fußballspiele auch im Browser und ohne Download anzusehen. Auch Suchanfragen über Google leiten einen häufig zu Anbietern von kostenlosen Sportübertragungen. Mit wenigen Klicks lässt sich dann ein Fenster mit einem Web-Player öffnen, über welchen das jeweilige Spiel verfolgt werden kann.

Da man mit derartigen Angeboten keinen Download tätigen muss, stellen sie für Nutzer eine geringere Gefahr dar als Programme wie Sopcast. „Streams, die direkt im Browser angezeigt werden, stellen in der Regel keine dauerhafte Kopie auf dem Rechner des Nutzers her“, erläutert Rechtsanwalt Christian Solmecke von „Wilde Beuger Solmecke – Kanzlei für Medienrecht“ die derzeitige Situation. Da das Videomaterial nur im Zwischenspeicher gelagert wird, greift nach Einschätzung des Rechtsanwaltes eine Ausnahmeregelung des Urheberschutzgesetzes, die eine Rechtswidrigkeit dieses Dienstes ausschließt.

Rechtslage bleibt vorerst ungeklärt

Die genaue Rechtslage über Sport-Streams ist jedoch nach wie vor ungeklärt. Einige Medienanwälte meinen, man befinde sich in einer rechtlichen Grauzone, wenn es um kostenlose Web-Angebote von bezahlpflichtigen Inhalten geht. Der Bezahlfernsehsender Sky ist hier anderer Meinung und behauptet, dass eine derartige Grauzone nicht existiere. „Auch die Nutzer der Streams fertigen unberechtigte Vervielfältigungen unseres Sendesignals an“, erklärt Jörg Allgäuer, Vizepräsident der Sky-Unternehmenskommunikation. Sky verfolgt Anbieter von den kostenfreien Services regelmäßig.

Wo Anbieter solcher Streams mit Strafverfolgungen bis hin zur Freiheitsstrafe rechnen müssen, ist die Gefahr für den Verbraucher allerdings äußerst gering. Die rechtlichen Ansichten über Streaming-Angebote gehen derzeit noch zu weit auseinander, als dass man User wegen des Ansehens der Streams verfolgen könnte. Viel höher ist bei derartigen Angeboten das Risiko, sich mit einem Virus zu infizieren. Gerade die Werbeangebote, die auf Streaming-Seiten regelmäßig zu finden sind, bergen häufig Gefahren.

Autor: LS